Auf Einladung der katholischen Friedensbewegung Pax Christi hat der Bischof von Mannar im Nordwesten Sri Lankas, Rayappu Joseph, Anfang Oktober Berlin besucht. Bevor er an der Weltbischofssynode in Rom teilnahm, wollte er in Deutschland Aufmerksamkeit für den brutalen Krieg in seinem Heimatland wecken.
In Gesprächen mit Vertretern von Politik und Kirche - unter anderem auch mit Kardinal Georg Sterzinsky - berichtete er über die unerträgliche Situation der Zivilbevölkerung:
An die 250.000 Menschen in seinem hauptsächlich von Tamilen bevölkerten Bistum sind auf der Flucht vor dem Krieg. Sie haben ihre Heimatorte verlassen und suchen Schutz in dem von der Rebellenorganisation LTTE beherrschten Gebiet. "Tausende von vertriebenen Zivilisten, die oft nur noch die Kleider besitzen, die sie am Leib tragen, suchen nach Zufluchtsmöglichkeiten - ein nicht endender Zug von Männern, Frauen und Kindern", so Bischof Joseph. Da die Regierungstruppen ohne Rücksicht auf die Flüchtlinge und andere Zivilsten die LTTE-Stützpunkte bombardieren, leben die meisten unter freiem Himmel im Wald. Unter Beschuss geraten auch Schulen, Waisenhäuser, Kirchen und Hindu-Tempel. Eine Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten ist nicht möglich, da die Regierung alle Hilfsorganisationen aus dem Gebiet ausgewiesen hat.